Bettina Kudla will Völkermord an Armeniern nicht beim Namen nennen

Pressemitteilung, 02.06.2016

Die Bundestagsabgeordneten haben heute fast einstimmig für eine Resolution gestimmt, die das Massaker an den Armeniern deutlich als Völkermord benennt. Absolut unverständlich ist mir, warum Bettina Kudla mit ihrer Nein-Stimme im Bundestagsplenum die deutsche Verantwortung leugnet...

Zur gemeinsamen Resolution der  Fraktionen CDU/CSU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die auch von der Linksfraktion unterstützt wurde, zum Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten 1915 und 1916, welche Bettina Kudla, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Leipzig, heute im Bundestag als einzige ablehnte, erklärt Monika Lazar, Leipziger Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/ Die Grünen:

Die Bundestagsabgeordneten haben heute fast einstimmig für eine Resolution gestimmt, die das Massaker an den Armeniern deutlich als Völkermord benennt. Damit bekannte sich der Bundestag zur deutschen Mitschuld durch die Verbrechen des damaligen Deutschen Reiches als Verbündeter des Osmanischen Reiches. Das begrüße ich ausdrücklich. Es ist wichtig, aus der Vergangenheit zu lernen und dass der Bundestag bei solchen Entscheidungen mit einer Stimme spricht.

Absolut unverständlich ist mir, warum Bettina Kudla mit ihrer Nein-Stimme im Bundestagsplenum die deutsche Verantwortung leugnet und sich damit der Kritik der türkischen Regierung anschließt. Bis heute verweigert die türkische Regierung ein Bekenntnis zu dem grausamen Unrecht, das den Armeniern widerfuhr. Ich hoffe, dass Frau Kudla ihre Position noch einmal überdenkt und unsere historische Verpflichtung anerkennt.

Heute werden in dieser Region wieder Christen ausgegrenzt und verfolgt, auch in der Türkei. Da der Schutz von Christen weltweit Frau Kudla sonst ein wichtiges Anliegen ist, verstehe ich ihre heutige Entscheidung erst recht nicht.

[Der Antrag kann hier nachgelesen werden.]