Monika Lazar, MdB, Bündnis 90/Die Grünen

Biografie von Monika Lazar

Monika Lazar, MdB
geb.: 1967 in Leipzig, Sachsen
Beruf: Bäckerin und Betriebswirtin
Landesliste Sachsen


Aufgewachsen im Südraum Leipzig, erlebte ich die Umweltverschmutzung in meinem Lebensumfeld unmittelbar. Da gab es tiefe Löcher in der Landschaft vom Braunkohletagebau, Dörfer, die der Kohle im Wege waren, wurden einfach platt gemacht, die Flüsse waren schwarz und stanken nach Phenol und an den Chemie- und Brikettfabriken konnte niemand vorbeifahren ohne sich Mund und Nase zuzuhalten.

Als Einzelne konnte man kaum etwas verändern, also versuchte ich meine ersten politischen Schritte Ende der 80er Jahre in einer Umweltinitiative im Landkreis Leipzig. Richtig politisch aktiv wurde ich im Herbst 1989, wo ich ab Ende September an den Leipziger Montagsdemonstrationen teilnahm.

Die wenigen Wochen vom 9. Oktober bis zum 9. November 1989 ließen mich ahnen, dass es möglich ist, eine Gesellschaft gewaltfrei zu verändern. Wir erlebten eine wohl einmalige Ausnahmesituation. Auf einmal machte das Zeitung lesen Spaß und es gab unglaublich viel zu tun.

Im Frühjahr 1990 fand ich zum grünen Ortsverein in meiner Heimatstadt Markkleeberg und dieses Jahr verbrachten wir sozusagen im Dauerwahlkampf. Die nächsten Jahre befasste ich mich vor allem mit grüner Kommunalpolitik, wobei die Jahre bis 1994 die spannendsten waren, da auch auf dieser Ebene richtig was verändert werden konnte.

So nach und nach mischte ich mich auch auf anderen Ebenen bei Bündnis 90/Die Grünen ein und nun bin ich seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier gehört der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung zu meinen politischen Schwerpunkten. Ich ermutige Menschen, sich aktiv in die Demokratie einzubringen und fordere eine verlässliche Förderung für zivilgesellschaftliche Initiativen. Besonders vertrete ich auch soziale Anliegen. Faire Löhne, gute Jobs und bessere Bedingungen für Hartz-IV-Empfänger sind dringend nötig. Ebenso wichtig ist Geschlechtergerechtigkeit.

Persönlicher Werdegang

1967     in Leipzig geboren
1974-1984   Schulbesuch POS Markkleeberg
1984-1986   Schulbesuch EOS Markkleeberg
1986-1990   Studium an der Handelshochschule Leipzig "Ökonomie der
Betriebswirtschaft"
1990-1996   Mitarbeit in der elterlichen Bäckerei, dazu 1991-1993
Ausbildung zur Bäckerin
1996-1998   Aufbauqualifizierung zur Betriebswirtin
1998-2004   Mitarbeiterin beim "ZeitPunkt-Kulturmagazin" in Leipzig
     

Politischer Werdegang

  • Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen, davor aktive Sympathisantin (seit 1993)
  • Fraktionssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Markkleeberger Stadtrat (1994-99)
  • Mitglied im sächsischen Landesvorstand (1997-98)
  • Direktkandidatin für den Bundestag im Wahlkreis Leipziger Land (1998)
  • Direktkandidatin für den Bundestag im Wahlkreis Leipziger Land/Muldentalkreis (2002)
  • Direktkandidatin für den Landtag im Wahlkreis Leipziger Land (2004)
  • Sächsische Spitzenkandidatin für Bündnis 90/Die Grünen und Direktkandidatin für den Bundestag im Wahlkreis Leipzig II (2005)
  • Sächsische Spitzenkandidatin für Bündnis 90/Die Grünen und Direktkandidatin für den Bundestag im Wahlkreis Leipzig II (2009)
  • Mitglied des Deutschen Bundestages (seit 01/05)
  • in der 16. Wahlperiode Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus
  • in der 17. Wahlperiode Sprecherin für Frauenpolitik und Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus
  • Mitglied im Sächsischen Parteirat

Transparenz im politischen Geschehen ist mir ein wichtiges Anliegen. Offenheit und Ehrlichkeit beginnt jedoch stets beim Einzelnen. Deshalb bin ich auch gern bereit, den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger nachzukommen und meine Einkünfte öffentlich darzulegen [ Lesen Sie dazu bitte hier.]

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Bündnisgrüne erinnern an Wegmarken von 1989/90.

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2. Oktober

"Ich studierte in Leipzig an der Handelshochschule. In den Vorlesungen und Seminaren wurde vor den gefährlichen Demonstranten gewarnt. Alle StudentInnen wurden aufgefordert, nach der letzten Veranstaltung in der Hochschule sofort ins Wohnheim zu fahren..." [lesen]

Das Wendeprojekt
Alltägliches aus 1989
Wendefotografien

Ausstellung in der Frauenkultur e.V. Leipzig

Monika Lazar
1989: 22 Jahre alt, ledig, Studentin an der Handelshochschule Leipzig

In der Minderheit zu sein, fällt mir nicht schwer. Ich habe das in der DDR gelernt. 1989 studierte ich in Leipzig an der Handelshochschule im letzten Studienjahr. Die Handelsschule war mitten im Zentrum. Die meisten waren Genossen und Genossinnen. Ich war als eine von ganz wenigen nicht in der Partei. Ich war auch überrascht, dass es mit dem Studium geklappt hat. Meine Eltern waren damals mit einer Bäckerei selbständig. Bei der Zulassung zur EOS, zum Abitur, musste mein Vater erst ein bisschen Krach schlagen - nach dem Motto, die Zensuren sind doch gut. Aber man war in der Minderheit. Von daher sage ich mir auch heute - als Grüne ist man ja häufiger in der Minderheit - mir fällt das nicht schwer. Ich habe das in der DDR gelernt und es hat mir auch Kraft gegeben... [Den ganzen Beitrag lesen]