Weltoffenheit und Naturschutz als Grünen-Ziele - Öko-Partei eröffnet den Bundestagswahlkampf

Pressebericht, Leipziger Volkszeitung, 08.08.2017

Monika Lazar: "Demokratie lebt von Vielfalt - und hier hat Sachsen Nachholbedarf." Dem Bürgerengagement, das sich für Weltoffenheit und gegen rechte und rechtspopulistische Gruppierungen und Parteien einsetzt, wird das Leben in Sachsen schwer gemacht.

Dresden. Die Ersten waren am Montag die Sozialdemokraten, gestern legten die sächsischen Grünen nach: Milieugerecht am Rande des Dresdner Szeneviertels Neustadt präsentierte die Öko-Partei ihr Programm für die Bundestagswahl am 24. September, und natürlich waren auch die Spitzenkandidaten gekommen. „Mutig, menschlich, engagiert – für Sachsens Zukunft in Berlin“ lautet der Werbeslogan, mit dem die Partei punkten will. Dahinter verbirgt sich eine Mischung aus Naturschutz, Klima, Verkehr und politischer Bildung. „Demokratie lebt von Vielfalt“, meinte Spitzenkandidatin Monika Lazar, „und hier hat Sachsen Nachholbedarf“ – ein Hinweis, der bei der SPD am Montag keine Rolle spielte.

Gemeint war die Zivilgesellschaft, die sich für Weltoffenheit und gegen rechte und rechtspopulistische Gruppierungen und Parteien einsetzt. „Diesem Bürgerengagement“, meinte Lazar, „wird das Leben in Sachsen schwer gemacht“. Darüber hinaus geht es den sächsischen Grünen um Naturschutz, ein Themenfeld, das laut Lazar in Zeiten von Diesel-Krise und vergifteten Eiern hochaktuell ist.

Der Verkehrspolitiker Stephan Kühn wiederum legte den Schwerpunkt aufs Thema Braunkohle. „Sachsen ist das klimapolitische Sorgenkind“, sagte er. Um die Klimaziele noch erreichen zu können, müssten bundesweit „die 20 dreckigsten Kohlekraftwerke“ unverzüglich vom Netz genommen werden. In Sachsen aber sei das Gegenteil der Fall: Der Kohlendioxid-Ausstoß sei seit 2000 deutlich angestiegen und liege derzeit 25 Prozent über dem Bundesschnitt.

Autor: Jürgen Kochinke