Sechs Sachsen wollen nach Berlin

Pressebericht, Sächsische Zeitung, 14.08.2017

Die Spitzenkandidaten von sechs Parteien haben gute Chancen auf einen Platz im Bundestag. Vier gehören ihm bereits an.

Dem nächsten Bundestag, das sagen die Umfragen seit Monaten, gehören voraussichtlich sechs Parteien an. Alle treten auch in Sachsen mit Landeslisten an. Wer diese Parteien mit der Zweitstimme wählt, bewirkt, dass die ersten auf den Listen in den Bundestag einziehen – falls es die Parteien bundesweit schaffen. Minister Thomas de Maizière (CDU) stand bereits 2013 auf Platz eins, wurde aber in seinem Wahlkreis Meißen direkt gewählt.

Das Spektrum der Spitzenkandidaten ist breit, nicht nur politisch. Mit de Maizière zählt ein Bundesminister dazu. Frauke Petry dürfte zu einer der bekanntesten Politikerinnen Deutschlands zählen, obwohl die AfD bislang nur in Landtagen und dem Europaparlament vertreten ist.

Katja Kipping hat bereits vor 20 Jahren das erste Mal in einem Parlament gesessen, nämlich im sächsischen Landtag. Die Linkenchefin zählt zu den Politikerinnen mit Parlamentserfahrung und hohem Bekanntheitsgrad. Weniger überregional bekannt sind Daniela Kolbe (SPD) und Monika Lazar (Grüne) – was nicht heißt, dass sie das Geschäft nicht kennen. Kolbe sitzt seit acht, Lazar seit 13 Jahren im Bundestag.

Am 24. September sind die wahlberechtigten Sachsen aufgerufen, die Parteien und Mitglieder des Bundestages zu bestimmen. 17 Parteien treten im Bundesland mit Landeslisten an. Dazu zählen unter anderem die Piraten, die Freien Wähler sowie die Marxistisch-Leninistische Partei.

2013 sind 33 von 630 Bundestagsabgeordneten in Sachsen gewählt worden. Die meisten stellt die CDU (17). Deren Kandidaten gewannen alle Sachsenwahlkreise, eine Politikerin zog via Liste ein. Zweitstärkste Kraft ist die Linke mit acht Abgeordneten. Die SPD stellt sechs Parlamentarier, die Grünen stellen zwei.

Wer die Spitzenkandidaten für Sachsen sind, welche Stärken und Schwächen sie haben, das zeigt unsere interaktive Grafik:

Für Monika Lazar:

Die Kandidatin.  Die Leipzigerin hat den Beruf der Bäckerin gelernt und mehrere Jahre in der elterlichen Bäckerei gearbeitet. Die Folgen des Braunkohleabbaus im Süden Leipzigs brachten sie dazu, sich in der Umweltbewegung zu engagieren . Zu den Grünen fand Lazar Anfang der 90er-Jahre. Die Betriebswirtin ist im Bundestag Mitglied des Sportausschusses und befasst sich zudem intensiv mit dem Thema Rechtsextremismus.

Stärken. Die 49-Jährige ist an der Parteibasis beliebt. Sie will die politische Kultur in Sachsen verbessern und hat dem Thema als eine der wenigen beim Auftakt der Wahlkampagne einen Schwerpunkt gewidmet.

Schwächen. Lazar ist wenig bekannt. Sportpolitik im Bundestag ist kaum öffentlichkeitswirksam.

Autor: Thilo Alexe

[Quelle: www.sz-online.de]